| Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Südosteuropas treffen sich mit dem Europarat und feiern eine Messe für Europas. Das jährliche Treffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Südosteuropas wird dieses Mal vom 5. bis zum 8. März in Strassburg im Kulturzentrum St. Thomas (2, rue de la Carpe-Haute, Strasbourg) stattfinden. Das Treffen ist das zwölfte seiner Art und beschliesst die Vertiefungsreihe zur sozialen und kirchlichen Wirklichkeit in den Ländern in Südosteuropa. Das Treffen wird vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Zusammenarbeit mit der ständigen Vertretung des Heiligen Stuhls beim Europarat veranstaltet. Neun Bischofskonferenzen werden beim Treffen vertreten sein: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Zypern, Türkei sowie die internationale Bischofskonferenz der Heiligen Kyrill und Method. „Ich denke, dass dieses Treffen sowohl für die Kirche als auch für die Politik von grosser Bedeutung ist, insbesondere im Hinblick auf die Förderung und den Schutz der Menschenrechte, den Rechtsstaat sowie die Demokratie als Basis des Europarates“, so Mgr. Aldo Giordano, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls beim Europarat. „Viele Themen, die derzeit auf europäischer Ebene angegangen werden, sind von grosser Aktualität für die südosteuropäischen Länder und ihre Kirchen. In Strassburg wird beispielsweise über die Religionsfreiheit, religiöse Symbole in öffentlichen Räumen, Diskriminierung aus religiösen Gründen, die Rechte von Minderheiten und die religiöse Dimension im interkulturellen Dialog diskutiert. Es findet derzeit eine sehr delikate und gefährliche Grundsatzdebatte zum Thema Familie, zu den Rechten von Kindern und der Verantwortung von Eltern statt. Die Geschwindigkeit, mit der sich Wissenschaft und Technik entwickeln, führt zu immer grösseren Herausforderungen im Bereich der Bioethik und des Schutzes des Lebens. In Europa wird derzeit über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die Beziehungen zu den Nachbarn im Nahen Osten und in Nordafrika diskutiert. Wir leben in einem Europa, wo die Fragestellungen zum Schutz der Menschrechte weit von der tatsächlichen Wirklichkeit entfernt zu sein scheinen. Im Europarat wird intensiv über die Situation von Migranten, Flüchtlingen, Sinti und Roma, Behinderten diskutiert. Es ist deshalb wichtig, dass die Christen und ihre Kirchen für diese Fragen, die auf europäischer Ebene behandelt werden, ein immer grösseres Bewusstsein und eine weit reichende Kompetenz entwickeln und dort zu Protagonisten werden, wo die Entscheidungen getroffen werden.“ Im Rahmen des Treffens werden die einzelnen Programmpunkte von einer Reihe von Begegnungen mit Verantwortungsträgern aus dem Europarat begleitet. Gäste sind unter anderem Dr. Gabriella Battaini-Dragoni, Generaldirektorin für Europaratsprogramme, Jean-Paul Costa, Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, und Dr. Gianni Buquicchio, Sekretär der Venedig-Kommission. „Wir haben uns entschieden, die erste Vertiefungsreihe zu unseren sozialen und kirchlichen Wirklichkeiten dieses Jahr in Strassburg mit einer Diskussion mit einigen Vertretern des Europarates zu beschliessen. Diese Entscheidung lag auf der Hand, da der Europarat die internationale zwischenstaatliche Institution ist, der alle unsere Länder als Mitglieder angehören“, unterstreicht Mgr. Franjo Komarica, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Bosnien-Herzegowina. „Gleichzeitig wissen wir, wie gross die Auswirkungen der Arbeit des Europarates nicht nur in politischer Hinsicht sondern insbesondere im Hinblick auf Gesellschaft und Kultur sind. Im gemeinsamen Engagement für die Geschwisterlichkeit in Europa und das Wohl unserer Völker fühlen sich die katholische Kirche, unsere lokalen Kirchen in der Pflicht, ihren spezifischen Beitrag zu leisten und ihre Unterstützung einzubringen. Wir möchten deshalb einige Vertreter dieser Institution treffen, um uns gegenseitig besser kennenzulernen, um den Anliegen unserer Kirchen Gehör zu verschaffen und um gemeinsam zu diskutieren, wie diese in ihren Ländern anerkannt und wertgeschätzt werden können, damit wir so zum Wohle unseres Kontinents beitragen können.“ Ein besonders wichtiger Programmpunkt für die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen wird die Messe für Europa sein, die für den 7. März, 18:30 Uhr, in der Kathedrale von Strassburg geplant ist. Zur Feier unter dem Vorsitz des örtlichen Erzbischofs Jean-Pierre Grallet werden zahlreiche Personen aus den verschiedenen europäischen Institutionen geladen sein: Europaabgeordnete, Botschafter und Funktionäre des Europarates, Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sowie Mitglieder von kirchlichen Gemeinschaften und Organisationen, die den Weg Europas aus der Nähe begleiten. Das Treffen findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Donnerstag, 8. März 2012, wird eine Pressemitteilung verschickt werden. LISTE DER TEILNEHMENDEN VORSITZENDEN Albanien – S.E.R. Mgr. Rrok Mirdita, Metropolitanbischof Durrës-Tirana Bosnien-Herzegowina – S.E. Mgr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka Bulgarien – S.E.R. Mgr. Christo Proykov, Apostolischer Exarch von Sofia Zypern – S.E.R. Youssef Soueif, Erzbischof der Maroniten auf Zypern Griechenland – S.E.R. Mgr. Fragkískos Papamanólis, Bischof von Siros und Santorin Moldau – S.E.R. Mgr. Anton Cosa, Bischof von Chisinau Rumänien – S.E.R. Mgr. Virgil Bercea, Bischof von Oradea Mare (in Vertretung des Präsidenten) Heilige Kyrill und Method – S.E.R. Mgr. Zef Gashi, Erzbischof von Bar Heilige Kyrill und Method – S.E.R. Mgr. Ladislav Nemet, Bischof von Zrenjanin (Generalsekretär der Bischofskonferenz) Türkei – S.E.R. Mgr. Louis Pelâtre, Generalvikar des apostolischen Vikariats Anatoliens Heiliger Stuhl: Mgr. Aldo Giordano, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls beim Europarat Mgr. Slađan Ćosić, Vertreter des ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls beim Europarat CCEE: Mgr. Duarte da Cunha, Generalsekretär CCEE Zum Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gehören die 33 Bischofskonferenzen, die es derzeit in Europa gibt. Sie werden von ihren Vorsitzenden, den Erzbischöfen von Luxemburg, des Fürstentums von Monaco, der Maroniten auf Zypern sowie dem Bischof von Chisinau (Moldawien Rep.) und dem Eparchialbischof von Mukachevo rechtlich vertreten. Vorsitzender des CCEE ist Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest, Primas von Ungarn. Stellvertretende Vorsitzende sind Kardinal Angelo Bagnasco, Erzbischof von Genua, und S.E. Mgr. Józef Michalik, Erzbischof von Przemysl. Generalsekretär des CCEE ist Mgr. Duarte da Cunha. Der Sitz des Sekretariates befindet sich in St. Gallen (Schweiz). 29.02.2012 |